Dem Leben Sinn geben

Sinn…. was bedeutet das eigentlich? Ein Gefühl? Das was wir tun? Der Grund, warum wir morgens aufstehen? Ein roter Faden, der sich durch unser Leben zieht? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es ihn überhaupt, den einen Sinn? Oder gibt es viel mehr für jeden eine individuelle Interprätation? Muss man das überhaupt haben, diesen Sinn des Lebens oder lebt es sich auch ohne recht sinnvoll?
Die Frage nach dem großen Sinn beschäftigt den Menschen wahrscheinlich schon seit Beginn seiner Existenz. Religionen geben vor, die Antwort zu kennen, auch Gurus, Lebensphilosophen, Trendsetter und wer nicht noch alles. Wo liegt er denn? In der Religion? Der Lebensweise? Dem Job? Dem Privatleben? Auf dem Konto? Dem nächsten Instagram-Foto? Oder beim Frühstück im Bett?
Wenn ich mir meine Katzen so ansehe, dann scheint der Sinn darin zu liegen, den gemütlichsten Platz auf meinem Schoß zu finden und ihn gegen Mitstreiter und meine Bewegungslust zu verteidigen. Klingt eigentlich ganz entspannt.
Gut, vielleicht ist die Frage zu hoch gegriffen. Zu abstrakt, zu philosophisch. Eigentlich will ich doch nur eines wissen: Warum stehe ich morgens auf? Jaja, ich weiß, ich muss aufs Klo, die Katzen haben Hunger, mir dürstet es nach Kaffee, der Kühlschrank will auch mal wieder gefüllt werden und achja, zur Arbeit muss ich auch. Okay, das sind natürlich genügend Gründe um aufzustehen. Aber irgendwie beantwortet das meine Frage nicht. Denn was wäre, wenn all diese „muss“-Dinge nicht wären? Warum würde ich dann morgens aufstehen? In den letzten Wochen fällt es mir schwer, diese Frage zu beantworten. Es steht kein Projekt mehr an, die Renovierung ist abgeschlossen (bis auf zwei nervige Kleinaufgaben, für die ich noch keine ideale Lösung gefunden habe) und auch sonst ist gerade nichts in Planung. Und jetzt? Ich ertappe mich dabei, wie ich ständig aufs Handy schaue, Nachrichten checke, nach Zerstreuung suche und auf eine Nachricht hoffe, die mir Beschäftigung bringt. Langeweile macht sich breit. Quälende Langeweile. Ich versuche sie auszuhalten, versuche dahinter zu blicken, will dieses Gefühl nicht mit dem nächsten Projekt überlagern.
Mir drängt sich eine weitere Frage auf: Was sind meine Träume? Meine Ziele? Wo will ich eigentlich hin? Unwillkürlich muss ich zurück denken an eine Zeit, die vor vier Jahren plötzlich endete. Sieben Jahre lang hatte ich eine Vorstellung von meinem Leben… und dann? Was war passiert, dass ich diesen Weg verlor, meine Träume und Ziele aus den Augen verlor? Und was ist heute? Haben die Ideale von damals noch eine Bedeutung? Brauche ich überhaupt Träume und Ziele?
Ja… flüstert eine Stimme in mir. Was bin ich, ohne meine Wünsche, meine Träume, meine Ziele? Warum stehe ich morgens auf, wenn ich all das nicht habe? Was hat mein Leben dann für einen Sinn? Aber andererseits… muss ich denn irgendwohin wollen, um einen Grund zum Aufstehen zu haben? Muss ich denn zwangsläufig auf irgendein Ziel zulaufen? Ich horche in mich hinein und die Antwort lässt nicht lange auf sich warten: Du hast unerfüllte Wünsche, die dich das Hier und Jetzt nicht genießen lassen. Ja… stimme ich meiner inneren Stimme zu. Genau das ist das Problem. Ich bin nicht zufrieden mit dem, wie es jetzt ist und deswegen schaffe ich es nicht, das zu genießen, was ist. Schön und gut, aber wenn ich doch etwas habe, worauf ich zulaufen will, warum stehe ich dann morgens nicht dafür auf? Weil Du nicht weißt, in welche Richtung Du laufen sollst. Jaa… Na super, ich sollte mich dringend öfter mit mir unterhalten, denn scheinbar habe ich alle Antworten auf meine Fragen. Ich muss die Fragen nur stellen, sonst bleibt die Antwort aus.

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