Achtsamkeit im Beruf

Wie bereits erwähnt, bin ich im Großen und Ganzen mit meinem beruflichen Umfeld zufrieden. Nur ein paar Punkte sind es, die mir an den Nerven zerren. Kommen die jedoch zusammen, dann fühlt sich mein sonst so schönes berufliches Umfeld plötzlich gar nicht mehr so schön an. Wenn ich so darüber nachdenke, macht mich das traurig. Ich mag meinen Job und gehe dort gerne hin. Will ich wirklich zulassen, dass diese einzelnen Faktoren mir dieses Gefühl nehmen?! Natürlich nicht! Also Fräulein, ran an die Arbeit!

Hier noch mal die Punkte, die mich zeitweise oder dauerhaft stören:

  • Stress
    Ja, der Job kann stressig werden. Zu viel Arbeit für zu wenige Mitarbeiter und in der Saison zu viele Kunden auf einmal.
  • dauerhafte Präsenz der Arbeit / mangelnde Abgrenzung
    Ich kann oft nicht abschalten und bin gedanklich auch in meiner Freizeit auf der Arbeit. Ein Punkt ist, dass ich privat viel Kontakt zu Kollegen habe.
  • Druck
    Gut, den mache ich mir tatsächlich nur selbst. Immer will ich alles auf einmal und alles perfekt machen.
  • Eigenarten der Kollegen
    Mit zwei Kollegen tue ich mich oft schwer. Nun bekommen wir noch zwei Kollegen, bei denen ich schon wieder Triggerpotential sehe.

Ich merke, wie die Punkte alle so sehr ineinanderfließen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Wie ich es auch drehe und wende, es gibt hier keinen Anfang, denn jeder Punkt kann ebenso den anderen auslösen. Je mehr Stress, umso weniger kann ich abschalten. Je mehr Druck, umso weniger kann ich abschalten. Je mehr mich die Kollegen triggern, umso weniger kann ich abschalten. Je weniger ich abschalten kann, umso mehr Stress habe ich. Je weniger ich abschalten kann, umso mehr Druck mache ich mir. Je weniger ich abschalten kann, umso mehr nerven mich meine Kollegen. Da haben wir ihn wieder, den Teufelskreis. Es nutzt nichts, ich starte den Versuch. Ich will mich bemühen, die Punkte einzeln abzuhandeln, ohne sie ineinander zu verflechten, denn sonst finde ich nie einen Punkt, an dem ich anfangen kann und drehe mich ewig im Kreis. Ich drehe und wende die Punkte, fange immer wieder an und merke dann doch wieder, dass ein anderer ihnen vorausgeht. Da muss doch ein Anfang sein…

Ich fand keinen Anfang. Vielleicht aber auch deswegen nicht, weil der Anfang nicht in meinem Arbeitsumfeld liegt. Denn mein Arbeitsumfeld ist toll! Ja, es ist nicht perfekt, doch welches ist das schon? Aber es hat alles, was ich mir wünsche. Was mich momentan in meinem Arbeitsumfeld stört, stört mich nur deswegen, weil ich in meinen anderen Lebensbereichen keinen Ausgleich finde. Es wackeln zu viele Pfeiler gleichzeitig und so trägt mein letzter stabiler Pfeiler, die Arbeit, zu viel Last. Ich werde mir also die anderen Lebensbereiche genauer ansehen müssen, um diesen Bereich zu entlasten. Erst wenn ich alles zusammengefügt habe, werde ich mein Arbeitsumfeld wieder entspannter gestalten können. Wie kann ich auch erwarten, dass ich auf der Arbeit entspannt bin, wenn ich seit Monaten schlecht schlafe, innerlich unruhig und angespannt bin und selbst in meiner Freizeit keine Ruhe finde?

Es geht also weiter mit meinem Urlaubs-Kurz-Retreat. –> Wir müssen uns unterhalten, Fräulein.

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