Urlaubsmeditation Tag 2: Achtsamkeit

Kurz dachte ich, ich hätte heute frei. Achtsamkeit, Rituale im Alltag, irgendwie hab ich das doch gestern schon mit abgearbeitet. Morgens ein Ritual, abends eins und für die Mittagspause auch noch mal eins. Doch dann fiel mir noch ein weiterer Aspekt ein, als ich das Wort „Achtsamkeit“ auseinandernahm: Achtsam. Was bedeutet das? Bedeutet das etwa nur, dass ich mich zur Meditation hinsetze und mal in mich horche? Nein. Mein Versäumnis der letzten Monate war ein achtsamer Umgang mit mir selbst. Ich bin durch die Wochen gerannt, habe to do´s abgehakt und getan, was getan werden musste, bis ich mich erschöpft fallen ließ. Innehalten, in mich hinein horchen, mir etwas Gutes tun, auf meine Grenzen achten… all das habe ich vernachlässigt. Mein heutiges Tagesziel ist es also, dass ich mir über einen achtsamen Umgang mit mir selbst Gedanken mache. Wie kann ich mir etwas Gutes tun? …meine Grenzen einhalten? …mich behüten? Denn mal ehrlich, wenn ich nicht auf mich achtgebe, wer dann???

Was brauche ich?

Um herauszufinden, worauf ich denn überhaupt achten will, schaue ich mir an, woran es mir in den letzten Monaten gefehlt hat. Im Groben hatte ich das bereits in meiner Vorbereitung (—> Wir müssen uns unterhalten, Fräulein!) auf diesen Kurzretreat skizziert, indem ich aufgelistet hatte, was mich stört:

  • Innere Faktoren
    • Unruhe
    • Anspannung
    • Ungeduld
    • nicht abschalten können
    • Druck
  • Alltag
    • fehlende Bewegung
    • nachlässige Ernährung
    • nachlässige Freizeitplanung
    • Arbeit und Kollegen sind zu sehr im Lebensmittelpunkt
    • gestörter Schlafrhythmus
  • Soziale Faktoren
    • Vernachlässigung privater Kontakte
    • unachtsamer Umgang mit andern und mit mir selbst
      • Gehässigkeit, Missgunst, Manipulation, Spielchen, Lästereien, Abwertung
      • Anerkennung suchend, Fehler nicht zeigen wollen

Ebenso hatte ich bereits Rückschlüsse daraus gezogen, was ich will:

  • Innere Faktoren
    • Ruhe
    • Genuss
    • Innere Ruhe
  • Alltag
    • Langsamkeit
    • Natur
    • Achtsamkeit
    • Bewegung
    • Gemütlichkeit
    • Zeit
    • gesunde Ernährung
    • Meditation
  • Soziale Faktoren
    • Liebe
    • Freundlichkeit
    • Gemeinschaft
    • Helfen
    • Ehrlichkeit

Was mir jedoch jetzt noch fehlt, ist es, diesen Worten Leben zu verleihen, sie mit Plänen und Ideen zu füllen, damit sie mehr als nur leere Worte sind. Ich will mir dazu meine Lebensbereiche genauer ansehen.

Berufliches Umfeld

Na im Großen und Ganzen kann ich nicht einmal meckern. Ich mache meinen Job gerne, fühle mich dort wohl, erhalte Anerkennung, kann mich einbringen, unterliege keinen strengen Hierarchien und arbeite mit den meisten Kollegen mehr als gerne zusammen. Zudem habe ich Bewegung, bin an der frischen Luft, arbeite körperlich und gleichzeitig habe ich durch den Kundenkontakt meist nette zwischenmenschliche Begegnungen. Traumhaft! Doch selbst ein traumhaftes Umfeld, hat seine Tücken und so fallen mir auch negativ behaftete Worte ein: Stress, nicht abschalten können, Druck (den ich mir selbst mache), Eigenarten der Kollegen, fehlende Abgrenzung von Arbeit und Freizeit durch ständigen Kontakt zu den Kollegen. Daraus ergeben sich für mich klare Ziele:

  • Stresstoleranz erhöhen
  • abschalten lernen
  • Druck raus lassen (–> eigenes Thema Tag 3)
  • Toleranz gegenüber den Eigenarten anderer
  • Abgrenzung (–> eigenes Thema Tag 9)

Freizeit

Gutes Voraussetzungen sind gegeben, denn an Freizeit mangelt es mir durch die Teilzeitarbeit eigentlich nicht. Eigentlich… Mein aktuelles Schlafproblem zieht mir jedoch täglich Stunden ab und kostet mich morgens so viel Energie, dass für nichts mehr etwas übrig bleibt. Momentan sieht es bei mir morgens so aus, dass ich versuche wach zu werden, irgendwoher Energie zu finden und weniger gereizt durch den Schlafmangel zu sein. Es ist nervenzehrend und unerträglich. Kaum eine Nacht, die ich in den letzten drei Monaten durchgeschlafen habe und aus der ich erholsam erwacht bin. Nachts um 3, das ist meine ganz persönliche Geisterstunde. Durch den Schlafmangel hat sich ein dauerhafter Energiemangel breit gemacht. Außer auf der Couch herumliegen, schaffe ich nicht mehr viel. Ein Teufelskreis. Ich weiß genau, woran es mir in meiner Freizeit fehlt, doch fehlt mir die Energie, es umzusetzen. Wie gut, dass mir im Urlaub mehr Zeit bleibt, denn selbst wenn ich morgens meinen Schlafmangel der Nacht auszugleichen versuche, kann ich am Nachmittag noch meine Freizeit gestalten. Hier also meine Aufgaben:

  • ein gesundes Schlafverhalten unterstützen
  • das Handy mehr weg legen
  • weniger Arbeitsthemen in der Freizeit
  • persönliche soziale Kontakte
  • Spaziergänge, joggen, Radfahren
  • Ausflüge
  • gesunde Ernährung

Der Bereich „Freizeit“ ist ein eigenes Thema an Tag 5.

Soziales Umfeld

Einiges hat sich ja bereits aus meinem Blick auf meine Freizeit ergeben: Mehr persönliche Kontakte, weniger Handy und weniger Arbeitsthemen, ergo weniger Kontakt zu den Kollegen in der Freizeit. Auch Ausflüge sind ein Punkt, den ich herrlich mit meinen sozialen Kontakten verbinden kann. Doch mal abgesehen von den organisatorischen Punkten, was fehlt mir in den sozialen Kontakten oder viel mehr, was wünsche ich mir?

  • persönliche Kontakte
  • gemeinsame Aktivitäten
  • Liebevoller Umgang (–> eigenes Thema Tag 7)
  • Gemeinschaftsgefühle fördern
  • einander helfen
  • Ehrlichkeit (–> eigenes Thema Tag 10)

Innere Faktoren

Das Gute ist, je mehr ich an den anderen Bereichen arbeite, umso mehr bewege ich automatisch die inneren Faktoren. Hier wünsche ich mir eigentlich nur drei Dinge: Schluss mit der inneren Unruhe, Schluss mit der Anspannung und Schluss mit der ewigen Unsicherheit!

  • Wege zur inneren Ruhe (–> eigenes Thema Tag 6)
  • Entspannung suchen
  • Selbstbewusstsein fördern (–> eigenes Thema Tag 1)

Uff… und ich dachte noch vor zwei Stunden, ich hätte heute frei…
Ich werde mich also heute damit beschäftigen, wie ich achtsamer mit mir selbst in meinem beruflichen Umfeld und in meinem sozialen Umfeld umgehe. Die Themen Freizeit und Innere Faktoren behandel ich an gesonderten Tagen.
Na dann mal ran an die Arbeit!

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