Urlaubsmeditation Tag 4: Wer will ich sein?

"Nö!" [...]

Urlaubsmeditation Tag 3: Druck raus lassen

"Der Druck und Ich. Wir sind zwei alte Freunde und haben uns schon oft gemeinsam nach vorne gekämpft. Er ist mein Antreiber, mein Motor und zu gleich... ist er einer meiner schlimmsten Feinde. Er zermürbt mich, lässt mich nicht zur Ruhe kommen und duldet keine Auszeit. Druck, entstehend aus meinem Streben nach Perfektionismus, heraufbeschworen aus meinem Glauben, ich hätte nur eine Daseinsexistenz, könnte nur geliebt werden, wenn ich perfekt wäre. Doch sie ist ein Trugbild, die Perfektion und wäre sie es nicht, könnte keiner sie leiden. Sie wäre das kleine blonde Mädchen in der ersten Reihe, jeden Tag perfekt angezogen, immer lächelnd, immer Liebling der Lehrer, immer gute Noten... alles perfekt... oder? Nein. Denn die Perfektion hat keine Freunde, hat keinen Spaß, sie hat nichts, außer sich selbst und den Druck. Nein, das bin nicht ich, das will ich auch gar nicht sein. Gut, das haben wir geklärt. Also zumindest ich habe das für mich geklärt... das Mädchen in mir drin glaubt aber immer noch, es müsste so werden wie das Mädchen in der ersten Reihe. Es weiß nicht, dass es dann nicht mehr auf Bäume klettern, lauthals lachen und sich schmutzig machen darf. Dabei liebt es das doch so sehr!" [...]

Achtsamkeit im Beruf

"sind es, die mir an den Nerven zerren. Kommen die jedoch zusammen, dann fühlt sich mein sonst so schönes berufliches Umfeld plötzlich gar nicht mehr so schön an. Wenn ich so darüber nachdenke, macht mich das traurig. Ich mag meinen Job und gehe dort gerne hin. Will ich wirklich zulassen, dass diese einzelnen Faktoren mir dieses Gefühl nehmen?! Natürlich nicht! Also Fräulein, ran an die Arbeit! " [...]

Urlaubsmeditation Tag 2: Achtsamkeit

"Kurz dachte ich, ich hätte heute frei. Achtsamkeit, Rituale im Alltag, irgendwie hab ich das doch gestern schon mit abgearbeitet. Morgens ein Ritual, abends eins und für die Mittagspause auch noch mal eins. Doch dann fiel mir noch ein weiterer Aspekt ein, als ich das Wort "Achtsamkeit" auseinandernahm: Achtsam. Was bedeutet das? Bedeutet das etwa nur, dass ich mich zur Meditation hinsetze und mal in mich horche? Nein. Mein Versäumnis der letzten Monate war ein achtsamer Umgang mit mir selbst. Ich bin durch die Wochen gerannt, habe to do´s abgehakt und getan, was getan werden musste, bis ich mich erschöpft fallen ließ. Innehalten, in mich hinein horchen, mir etwas Gutes tun, auf meine Grenzen achten... all das habe ich vernachlässigt. Mein heutiges Tagesziel ist es also, dass ich mir über einen achtsamen Umgang mit mir selbst Gedanken mache. Wie kann ich mir etwas Gutes tun? ...meine Grenzen einhalten? ...mich behüten? Denn mal ehrlich, wenn ich nicht auf mich achtgebe, wer dann??? " [...]

Ich bin genug – im Alltag

"ach meinen morgendlichen Überlegungen zu dem Satz "Ich bin genug", ist der Tag nun nüchterner. Weniger verschwommen und romantisch, wie die Morgendämmerung mit ihrer Stille und den sanften Farben. Jetzt, zur Mittagsstunde, ist das Leben voll da. Laut, hell und klar in seinen Konturen. Die Romantik verschwunden, nichts mehr beschönigt. Und nun? Nun folgt der nächste Schritt: Wie kann ich mein Gefühl der inneren Geborgenheit in den Alltag mit hinein nehmen? Wie kann ich es zu meinem täglichen Begleiter machen? Wie kann ich die Hoffnung nähren, dass mich Menschen und Situationen immer weniger in meiner inneren Ruhe stören und dass sie nicht mehr mein Ich bestimmen?" [...]

Urlaubsmeditation Tag 1: Ich bin genug.

"Ich bin genug. Ein kurzer Satz. Ein Satz ohne Schnörkeleien, ohne Drumherum, ohne Ausschmückungen. Unaufgeregt strahlt er Gelassenheit und eine tiefe Überzeugung aus. Und doch... was bedeutet dieser Satz eigentlich für mich? "Ich". Eigentlich würde dieses eine Wort schon fast ausreichen, doch wird es noch bestärkt durch "bin". "Ich bin". Allein diese zwei Worte lassen die Oberfläche des tiefen Sees in mir zur Ruhe kommen. "Ich bin". Mehr braucht es nicht. Zwei Worte, die zusammen ein Leben erzählen, eine Welt erklären und alle Fragen beantworten. Kein tieferer Sinn, keine Vergangenheit, keine Zukunft, kein Richtig oder Falsch. Einfach nur sein. Ich schaue meine Katze an. Soeben hat sie es sich auf meinem Schoß bequem gemacht und schaut nun von da aus in den Morgenhimmel hinaus. Friedlich. Geborgen. Zufrieden. Einfach nur sein." [...]

Wir müssen uns unterhalten, Fräulein!

"Lange her... zu lange her, dass ich mit mir in Zwiesprache gegangen bin. Blieb mir auch kaum Luft dazu. Das Ergebnis dieser Nachlässigkeit und der Belastung der letzten Monate ist deutlich spürbar: Schlaflosigkeit, Erschöpfung, Daueranspannung, Gereiztheit, Selbsthass, Tränen. Das wirkt sich nicht nur auf mich, sondern auch auf mein Umfeld aus. Es wird Zeit, die Reißleine zu ziehen. Die ersten belastenden Aufgaben abgegeben, den Urlaub eingereicht, die Bereitschaft, mich wieder auf mich zu konzentrieren vorhanden. Und heute, an meinem freien Tag, an dem ich nichts wichtiges zu tun habe, sitze ich morgens um 6 Uhr mit Kaffee im Bett und überlege, wie ich meinem Chef die Geschehnisse während seines Urlaubes nahebringe. Jo, läuft super mit dem Abschalten bei mir. Schluss damit! So geht das nicht weiter! Her mit dem Notizbuch, wir müssen uns dringend unterhalten, Fräulein! ..."

Gerüstbau

"Ich sitze am frühen Morgen auf dem Balkon, eingehüllt in eine Decke, vor mir der dampfende Kaffee, auf meinem Schoß eine schnurrende Katze. Langsam schiebt sich die Sonne um die Ecke und leuchtet durch das frisch erwachte Laub der alten Eiche. Nein, das ist keine Metapher, das ist mein Leben. Ja, mein Leben! Und soll ich euch was sagen? Mein Leben ist toll!" [...]

Liebevolle Beziehungen – wie geht das?

An manchen Tagen quillt die Liebe in mir über, nur weiß ich nie, wohin damit. Da ist eine Sehnsucht in mir, nach liebevollen Beziehungen, nach Nähe, nach Vertrauen und auch einfach nur danach, dass jemand da ist. Doch trotz einem übervollen Herzen und all diesen Sehnsüchten, fühle ich mich einsam und isoliert. Ich spüre eine unsichtbare Wand zwischen der Welt da draußen und meinem Herzen. Wo ist die Tür in dieser Wand? Wo ist der Weg dort hinaus? So sehr wünsche ich mir, eine Verbindung herzustellen, doch weiß ich nicht wie. Wohin also nun mit all meiner Liebe und meinen Sehnsüchten? Ich starre in meinen halbvollen Kaffeebecher und sehe sie darin ertrinken. [...]

Stummer Selbstschutz

""Warum erzählst du es denen nicht?", fragte mich heute Morgen mein Arbeitskollege. Ich seufze und überlege, wie ich es ihm erklären kann. Wie ich ihm begreiflich machen kann, warum ich mich dafür entschieden habe, meiner Familie bestimmte Bereiche meines Lebens vorzuenthalten. In meinem Kopf leuchten Sätze wie plakative Schlagzeilen auf. Abwertend, belächelnd, verletzend. Sicher nie böse gemeint und dennoch... Noch immer schaut mich mein Kollege erwartungsvoll an. Eilig suche ich in meinem Kopf nach einer einfachen, kurzen und logischen Erklärung und stammle was von Druck rausnehmen. "Warum setzen die dich denn unter Druck?", fragt er ehrlich interessiert nach. Ich suche weiter in meinem Kopf. Einfach. Kurz. Logisch. Doch Fehlanzeige. Es gibt diese einfache und befriedigende Antwort nicht."[...]