Urlaubsmeditation Tag 1: Ich bin genug.

"Ich bin genug. Ein kurzer Satz. Ein Satz ohne Schnörkeleien, ohne Drumherum, ohne Ausschmückungen. Unaufgeregt strahlt er Gelassenheit und eine tiefe Überzeugung aus. Und doch... was bedeutet dieser Satz eigentlich für mich? "Ich". Eigentlich würde dieses eine Wort schon fast ausreichen, doch wird es noch bestärkt durch "bin". "Ich bin". Allein diese zwei Worte lassen die Oberfläche des tiefen Sees in mir zur Ruhe kommen. "Ich bin". Mehr braucht es nicht. Zwei Worte, die zusammen ein Leben erzählen, eine Welt erklären und alle Fragen beantworten. Kein tieferer Sinn, keine Vergangenheit, keine Zukunft, kein Richtig oder Falsch. Einfach nur sein. Ich schaue meine Katze an. Soeben hat sie es sich auf meinem Schoß bequem gemacht und schaut nun von da aus in den Morgenhimmel hinaus. Friedlich. Geborgen. Zufrieden. Einfach nur sein." [...]

Gerüstbau

"Ich sitze am frühen Morgen auf dem Balkon, eingehüllt in eine Decke, vor mir der dampfende Kaffee, auf meinem Schoß eine schnurrende Katze. Langsam schiebt sich die Sonne um die Ecke und leuchtet durch das frisch erwachte Laub der alten Eiche. Nein, das ist keine Metapher, das ist mein Leben. Ja, mein Leben! Und soll ich euch was sagen? Mein Leben ist toll!" [...]

Liebevolle Beziehungen – wie geht das?

An manchen Tagen quillt die Liebe in mir über, nur weiß ich nie, wohin damit. Da ist eine Sehnsucht in mir, nach liebevollen Beziehungen, nach Nähe, nach Vertrauen und auch einfach nur danach, dass jemand da ist. Doch trotz einem übervollen Herzen und all diesen Sehnsüchten, fühle ich mich einsam und isoliert. Ich spüre eine unsichtbare Wand zwischen der Welt da draußen und meinem Herzen. Wo ist die Tür in dieser Wand? Wo ist der Weg dort hinaus? So sehr wünsche ich mir, eine Verbindung herzustellen, doch weiß ich nicht wie. Wohin also nun mit all meiner Liebe und meinen Sehnsüchten? Ich starre in meinen halbvollen Kaffeebecher und sehe sie darin ertrinken. [...]

Die Angst Ich selbst zu sein

"Es ist verhext! In meinem Leben habe ich immer wieder tolle Angebote bekommen, sowohl beruflich, als auch privat. Angebote, die mich weitergebracht hätten, die mich teilweise sogar meinen Träumen näher gebracht hätten. Hätten... ja, das hast Du richtig gelesen, sie hätten. Warum sie es nicht getan haben? Na weil sie dafür erst ein mir vorbei müssten und das ist nun mal leider fast unmöglich. Doch warum ist das so? Warum schlage ich ständig Angebote aus, verweigere das Verlassen meines eingetrampelten Pfades? Was zur Hölle macht mir nur solche Angst, dass ich lieber verbittert hier stehenbleibe, anstatt mir einen neuen Weg zu bahnen? Ich muss nicht überlegen, denn ich weiß es längst. Ich kenne meine Ängste: Versagensängste, denn ich bin felsenfest davon überzeugt, dass das, was mein Gegenüber, also derjenige mit dem tollen Angebot, in mir sieht, nicht existiert." [...]

Ich will eine Glaskuppel um meinen Garten!!!

Leben in einem geschützten Rahmen "Ich stehe an einem Scheideweg und das macht mir Angst. Das macht mir so große Angst, dass mir der Angstschweiß in die Augen fließt und meinen Blick verschleiert. In den letzten Monaten habe ich viel erreicht. Ich habe aufgeräumt in meinem Inneren. Habe mich gefragt, wer ich bin, was ich will und was ich nicht will. Wie will ich leben? Wie kann ich leben? Seit zwei Wochen habe ich das Gefühl, diese Arbeit im Großen und Ganzen abschließen zu können. Klar, es gibt immer noch einiges, an dem ich arbeiten kann und auch will, aber das braucht vielleicht noch etwas Zeit und auch die richtige Gelegenheit, um es angehen zu können. Und jetzt? Wie geht es jetzt weiter?" [...]

Gartenruine – Abreißen oder reparieren?

Wie oft kann man etwas reparieren, bis es nicht mehr hält? - Vorsichtig schaue ich mich um. Gewütet hat der Wind. Verstreut finde ich auf dem Rasen Äste und Blätter, umgeknickt sind viele Blumen. Die Fische peitschen unruhig an der Oberfläche, um den Kompost liegt halb kompostiertes verstreut. Dann fällt mein Blick in die Ecke mit den Blatthaufen, die ich dort in den letzten Jahren sorgsam aufgeschichtet habe. Zumindest waren sie dort. Jetzt liegen die Blätter im ganzen Garten verstreut. Dort wo sie lagen, kommt nun etwas anderes zum Vorschein: ein Schutthaufen. Scherben, eingestürzte Mauern, Eisenstangen, Bretter. Schmerzend schnappe ich nach Luft. Mein so ordentlich aufgeräumter Garten, hat nur versteckt, was ich nicht sehen wollte. Verschüttet. Vergessen. Und doch immer dagewesen. [...]

Ein Regal voller Erdpflege

Körperpflege - was brauche ich wirklich? "Es knirscht und knackt unter meinen Füßen. Seitdem der große Regen vorbei ist, ist die aufgeschwemmte Erde ausgetrocknet. Ihre Oberfläche zeigt tiefe Risse und ich kann die Spannung förmlich spüren. Einiges habe ich schon versucht, um ihr zu helfen. Habe sie gegossen - das Wasser versickerte spurlos in den tiefen Rissen, habe versucht sie durch Umgraben aufzulockern - der Spaten schlug auf die Erde wie auf Granit, ich düngte sie - doch der Wind blies den Dünger weg... Was ich auch tat, die Erde ignorierte meine Versuche, ihr zu helfen. Zeit für eine Bestandsaufnahme." [...]

Die Schafe weiden mit einem Bein auf der Flucht

Kann man den Moment festhalten? - "Ich tauche ganz in diese friedliche Szenerie ein. Bin berauscht von ihr und möchte sie am liebsten für die Ewigkeit festhalten. Kurz überlege ich, mein Handy zu holen, um ein Foto zu machen. Doch würde ich aufstehen, würde ich die Friedlichkeit dieses Moments zerstören. Und, was fängt ein Foto schon ein? Nichts außer Formen und Farben. Keine Geräusche, keine Gefühle... Ein Foto ist nur ein billiger Abklatsch von einem wunderschönen Augenblick. Es ist, als würde man ein herrliches Essen genießen und am Abend, beim Zähneputzen, noch ein Stückchen davon zwischen seinen Zähnen wiederfinden. Dieses Stückchen, ist das Foto. Es wäre nichts, ohne die Erinnerung dahinter. Ich zucke kurz bei dem Gedanken. Ganz unmerklich. Doch es reicht aus, um die Szene zu zerstören." [...]

Den Garten aus einem anderen Blickwinkel betrachten

Wenn Dir nicht gefällt, was Du siehst, schau durch ein Kaleidoskop "Nebel hängt dicht über dem Boden. Der Himmel ist grau. Die Wolken hängen tief und die Luft ist so klamm, dass ich kurz überlege, die Wäsche an der Luft zu waschen. Ich habe eine dicke Steppdecke eng um meine Schultern geschlungen, sie mir sogar über den Kopf gezogen. Es ist kalt. Es ist ungemütlich. Ich mag nicht hier sein. Aber ich muss. Denn ich weiß, dass die Arbeit nur schwerer wird, je länger ich sie liegen lasse. Ich weiß, dass ich da durch muss. Mich fröstelt es. Ich ziehe die Decke noch enger, halte die Tasse mit heißem Kaffee unter meine Nase. Selbst der ist beim Anblick des Gartens nur noch lauwarm." [...]

Windstärke Rot

Druck - Wo kommt er her? "Mutlos starre ich nach dem strömenden Regen der letzten Tage in den Garten. Die Blumen lassen die Köpfe hängen, der Boden ist aufgeweicht und so schwammig, dass er kaum einen Schritt trägt, die Tiere haben sich verkrochen vor dem kalten Nass, vor der Tür zum Gartenhaus liegt ein dicker Ast und versperrt den Zugang, der Komposthaufen ist unter der Wasserlast aufgebrochen, der Teich über sein Ufer getreten, der Apfelbaum hat seine Äpfel abgeworfen, das Gemüsebett ist unterschwemmt und der Nebel steht so dicht, dass ich meine Bäume und Sträucher nicht erkennen kann. So viel Chaos... so viel zu tun. Seufzend lasse ich mich auf den Verandastufen nieder. Wo soll ich nur anfangen? Wie soll ich an mein Werkzeug kommen, wenn der Zugang zum Gartenhaus versperrt ist? Wie soll ich überhaupt den Garten betreten, wenn jeder Schritt zur Rutschpartie wird und dem Boden unter meinen Füßen schadet?" [...]