"Ich sitze am frühen Morgen auf dem Balkon, eingehüllt in eine Decke, vor mir der dampfende Kaffee, auf meinem Schoß eine schnurrende Katze. Langsam schiebt sich die Sonne um die Ecke und leuchtet durch das frisch erwachte Laub der alten Eiche. Nein, das ist keine Metapher, das ist mein Leben. Ja, mein Leben! Und soll ich euch was sagen? Mein Leben ist toll!" [...]
Depression
Stummer Selbstschutz
""Warum erzählst du es denen nicht?", fragte mich heute Morgen mein Arbeitskollege. Ich seufze und überlege, wie ich es ihm erklären kann. Wie ich ihm begreiflich machen kann, warum ich mich dafür entschieden habe, meiner Familie bestimmte Bereiche meines Lebens vorzuenthalten. In meinem Kopf leuchten Sätze wie plakative Schlagzeilen auf. Abwertend, belächelnd, verletzend. Sicher nie böse gemeint und dennoch... Noch immer schaut mich mein Kollege erwartungsvoll an. Eilig suche ich in meinem Kopf nach einer einfachen, kurzen und logischen Erklärung und stammle was von Druck rausnehmen. "Warum setzen die dich denn unter Druck?", fragt er ehrlich interessiert nach. Ich suche weiter in meinem Kopf. Einfach. Kurz. Logisch. Doch Fehlanzeige. Es gibt diese einfache und befriedigende Antwort nicht."[...]
Dem Leben Sinn geben
Sinn.... was bedeutet das eigentlich? Ein Gefühl? Das was wir tun? Der Grund, warum wir morgens aufstehen? Ein roter Faden, der sich durch unser Leben zieht? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es ihn überhaupt, den einen Sinn? Oder gibt es viel mehr für jeden eine individuelle Interprätation? Muss man das überhaupt haben, diesen … Dem Leben Sinn geben weiterlesen
Schwere
Manchmal fällt es schwer, aufzustehen,für sich selbst zu sorgen,die Wohnung in Ordnung zu halten,Essen zuzubereiten,sich zu bewegen.Manchmal geht nichts mehr, als liegen bleiben,weiter atmen,durchhalten,aushalten,warten......bis die Schwere vorübergeht.©Sabine Gärtner, 2021Mein innerer Garten
Vielleicht musste ich mich erst verlieren, um mich zu finden
"Ich schaue zurück. Sechs Monate sind inzwischen vergangen. Zerrissen und verloren fand ich mich am Boden liegend. Erschöpft, leer und so schmerzhaft weit von mir entfernt, dass ich mich selbst nicht mehr erkannte. Wer war dieser Mensch dort im Spiegel? In meinem Herzen spürte ich eine klaffende Wunde. Unstillbar brannte sich dort eine Sehnsucht ein, die zu verstehen ich nicht im Stande war. Ich war leer und ausgebrannt. Mein Ich lag in tausend Scherben vor mir am Boden." [...]
Ein Winzling zwischen Baumriesen
Familie - zwischen Geborgenheit, Liebe und tiefreichenden Triggern - "Später am Tag: Die Decke um mich geschlungen rase ich durch den Garten und versuche dem Hagel auszuweichen. Durchnässt vom strömenden Regen, zerzaust vom Wind mit schmerzenden Kratzern versehen. Angekommen auf der sicheren Veranda drehe ich mich schockiert um. Was war passiert? Ich starre zu meinem Wäldchen hinüber. Aus sicherer Entfernung wirkt es friedlich. Die Kronen wiegen sich sanft im Wind. Ich reibe mir die Augen und kann es nicht verstehen. " [...]
Barfuß über Glasscherben – kannst Du die Blumen sehen?
Angst vor Schmerzen vs. Neugier aufs Leben - "Erschöpft sitze ich auf einem Stuhl in meinem Gewächshaus. Die Ellenbogen auf die Knie gestützt, den Kopf in den Händen versunken. Still horche ich der beruhigenden Melodie des prasselnden Regens auf dem gläsernen Dach. Die Tropfen scheinen zu tanzen, ehe sie sich zu einem Schleier verbinden und das Dach hinabströmen. Außer dem Regen und meinem leisen Atem ist kein Laut zu hören. Nichts, was von außen zu mir hinein dringen könnte. Meine Welt schrumpft auf diese kleine gläserne Hülle. Ganz so, als würde die Welt enden, dort hinter den gläsernen Wänden. Kurz beruhigt mich dieser Gedanke, doch als ich den Kopf hebe, sehe ich Schatten hinter dem Schleier aus Regentropfen. Dunkle Schatten. Schnell verstecke ich meinen Kopf zwischen den Knien und schlinge meine Arme fest darum. Hier kann mir keiner was. Hier können die Schatten nicht herein. Hier bin nur ich." [...]
Ich will eine Glaskuppel um meinen Garten!!!
Leben in einem geschützten Rahmen "Ich stehe an einem Scheideweg und das macht mir Angst. Das macht mir so große Angst, dass mir der Angstschweiß in die Augen fließt und meinen Blick verschleiert. In den letzten Monaten habe ich viel erreicht. Ich habe aufgeräumt in meinem Inneren. Habe mich gefragt, wer ich bin, was ich will und was ich nicht will. Wie will ich leben? Wie kann ich leben? Seit zwei Wochen habe ich das Gefühl, diese Arbeit im Großen und Ganzen abschließen zu können. Klar, es gibt immer noch einiges, an dem ich arbeiten kann und auch will, aber das braucht vielleicht noch etwas Zeit und auch die richtige Gelegenheit, um es angehen zu können. Und jetzt? Wie geht es jetzt weiter?" [...]
Gartenruine – Abreißen oder reparieren?
Wie oft kann man etwas reparieren, bis es nicht mehr hält? - Vorsichtig schaue ich mich um. Gewütet hat der Wind. Verstreut finde ich auf dem Rasen Äste und Blätter, umgeknickt sind viele Blumen. Die Fische peitschen unruhig an der Oberfläche, um den Kompost liegt halb kompostiertes verstreut. Dann fällt mein Blick in die Ecke mit den Blatthaufen, die ich dort in den letzten Jahren sorgsam aufgeschichtet habe. Zumindest waren sie dort. Jetzt liegen die Blätter im ganzen Garten verstreut. Dort wo sie lagen, kommt nun etwas anderes zum Vorschein: ein Schutthaufen. Scherben, eingestürzte Mauern, Eisenstangen, Bretter. Schmerzend schnappe ich nach Luft. Mein so ordentlich aufgeräumter Garten, hat nur versteckt, was ich nicht sehen wollte. Verschüttet. Vergessen. Und doch immer dagewesen. [...]
Der undurchdringliche Nebel
Willkommen Depression "Ein grauer Schleier, raubt mir die Sicht. Ich höre Stimmen, doch sehen, kann ich nur dunkle Schatten hinter der Nebelwand. Sie rufen mir etwas zu, doch ich kann sie nicht verstehen. Der Nebel verzerrt ihre Stimmen. Ich laufe auf die Schatten zu, will die Nebelwand durchbrechen. Doch meine Beine werden schwer. Der Nebel hält mich zurück. Er lahmt meine Muskeln und legt sich schwer auf meine Glieder. Ich rufe den Stimmen zu, doch sie antworten nicht. Ich versuche es wieder, forme mit meinen Händen einen Trichter vor meinem Mund und brülle aus Leibeskräften. Ich lausche meiner Stimme, nicht mehr als en Krächzen. [...]