Urlaubsmeditation Tag 2: Achtsamkeit

"Kurz dachte ich, ich hätte heute frei. Achtsamkeit, Rituale im Alltag, irgendwie hab ich das doch gestern schon mit abgearbeitet. Morgens ein Ritual, abends eins und für die Mittagspause auch noch mal eins. Doch dann fiel mir noch ein weiterer Aspekt ein, als ich das Wort "Achtsamkeit" auseinandernahm: Achtsam. Was bedeutet das? Bedeutet das etwa nur, dass ich mich zur Meditation hinsetze und mal in mich horche? Nein. Mein Versäumnis der letzten Monate war ein achtsamer Umgang mit mir selbst. Ich bin durch die Wochen gerannt, habe to do´s abgehakt und getan, was getan werden musste, bis ich mich erschöpft fallen ließ. Innehalten, in mich hinein horchen, mir etwas Gutes tun, auf meine Grenzen achten... all das habe ich vernachlässigt. Mein heutiges Tagesziel ist es also, dass ich mir über einen achtsamen Umgang mit mir selbst Gedanken mache. Wie kann ich mir etwas Gutes tun? ...meine Grenzen einhalten? ...mich behüten? Denn mal ehrlich, wenn ich nicht auf mich achtgebe, wer dann??? " [...]

Urlaubsmeditation Tag 1: Ich bin genug.

"Ich bin genug. Ein kurzer Satz. Ein Satz ohne Schnörkeleien, ohne Drumherum, ohne Ausschmückungen. Unaufgeregt strahlt er Gelassenheit und eine tiefe Überzeugung aus. Und doch... was bedeutet dieser Satz eigentlich für mich? "Ich". Eigentlich würde dieses eine Wort schon fast ausreichen, doch wird es noch bestärkt durch "bin". "Ich bin". Allein diese zwei Worte lassen die Oberfläche des tiefen Sees in mir zur Ruhe kommen. "Ich bin". Mehr braucht es nicht. Zwei Worte, die zusammen ein Leben erzählen, eine Welt erklären und alle Fragen beantworten. Kein tieferer Sinn, keine Vergangenheit, keine Zukunft, kein Richtig oder Falsch. Einfach nur sein. Ich schaue meine Katze an. Soeben hat sie es sich auf meinem Schoß bequem gemacht und schaut nun von da aus in den Morgenhimmel hinaus. Friedlich. Geborgen. Zufrieden. Einfach nur sein." [...]

Die Schafe flüchten im Sturm

"Zurück zu mir - ...Hastig zerre ich an meinem Ärmel, doch die Zweige zerren zurück und der Ast der Pappel zittert in diesem Kampf. "Hör auf!", brülle ich verärgert und löse mit einem Ruck meinen verhedderten Ärmel. Machtlos gegen das plötzlich fehlende Gegengewicht strauchle ich, taumle ein paar Schritte zurück und lande dann mit einem lauten Platscher in der Matsche. Meine festgezurrte Kapuze löst sich und rutscht mir über den Hinterkopf. Verwirrt schnaufend starre ich die Pappel an. Ruhig steht sie da, als wäre nichts gewesen. Kein Windhauch peitscht ihre Zweige, kein Regentropfen rinnt an ihr herab. Ich brauche ein wenig, um die Situation zu begreifen. So lange hielt der Sturm an, dass ich sein Ende nicht bemerkte. Hielt ich das Zittern meiner Muskeln für den Wind und den Schweiß auf meiner Haut für den Regen. ..."

Spaziergang durch den Garten

"Die Fäuste in die Hüften gestemmt stehe ich auf den Stufen meiner Veranda. Hosenbeine und Ärmel habe ich hochgekrempelt, in meinen Taschen stecken Handschuhe und eine Gartenschere. Ich bin bereit! Voller Arbeitseifer hüpfe ich barfuß die Stufen hinunter und lande im weichen Gras. Kitzelnd trifft das Gras auf meine Füße und Unterschenkel. Lächelnd schaue ich an mir herab und wühle mit den Zehen im satten Grün. Als ich wieder aufschaue, lasse ich meinen Blick durch den Garten schweifen. Ein wärmendes Gefühl der Liebe steigt in mir auf. Ja, ich liebe ihn, meinen Garten. So viel Arbeit habe ich in diesem Jahr in ihn gesteckt und jetzt ist da mehr als nur Stolz, da ist aufrichtige, tiefreichende Liebe. Umso mehr ist es nun an der Zeit, ihm wieder etwas Liebe zu geben. In den letzten Wochen hatte ich wenig Zeit für ihn und war kaum zu Hause. Doch heute, heute gehört der Tag ihm. Wollen wir doch mal sehen, was ich an Baustellen finde... "

Wie könnt ich wegsehen, wenn Deine Krone sich im Sturm neigt

Tipps gegen Quarantäne-Koller "Ein herrlich sonniger Tag... eigentlich. Windstill... eigentlich. Wolkenlos... eigentlich. Kein Schädling in Sicht... eigentlich. Mein Garten liegt in strahlendem Sonnenschein, die Schafe weiden (dabei sind sie immer die ersten, die bei dem geringsten Anflug eines Sturms verschwinden), die Bienen summen und die Vögel zwitschern. Hier, in meiner eigenen kleinen Welt, innerhalb meines efeuumrankten Zauns, ist die Welt in Ordnung. Doch etwas, macht mich stutzig. Es sind die Bäume und Sträucher, die über meinen Zaun hinaus ragen. Es sind ihre Kronen, die sich im Wind beugen...."